Mehrbedarfe

Bei Vorliegen der individuellen Voraussetzungen können zusätzlich zu den Regelbedarfen und den Bedarfen für Unterkunft und Heizung sogenannte Mehrbedarfe berücksichtigt werden. Welche Mehrbedarfe berücksichtigungsfähig sind, ist in § 21 SGB II SGB II geregelt.

Danach kann in folgenden Fällen ein Anspruch auf Mehrbedarf bestehen:

  • bei werdenden Müttern ab der 13. Schwangerschaftswoche (zusätzlich 17 Prozent ihres individuellen Regelbedarfs)
  • bei Personen, die mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammenleben und alleine für deren Pflege und Erziehung sorgen sog. „Alleinerziehenden-Mehrbedarf“. Dieser ist abhängig von der Anzahl und dem Alter der Kinder (36 Prozent bei 1 Kind unter 7 Jahren oder 2 bis 3 Kindern unter 16 Jahren, oder je 12 Prozent für jedes Kind, zusammen jedoch maximal 60 Prozent) Die Prozentangaben beziehen sich auf den individuellen Regelbedarf der/des Alleinerziehenden.
  • bei Leistungsberechtigten, die aus medizinischen Gründen kostenaufwändigere Ernährung benötigen (Bitte unbedingt den Vordruck „Anlage MEB“*ausfüllen). Die Höhe des Mehrbedarfs ist abhängig von der zu Grunde liegenden Erkrankung.
  • bei Leistungsberechtigten, die Warmwasser dezentral durch in der Unterkunft installierte Vorrichtungen erzeugen. Die Höhe des Mehrbedarfs ist abhängig vom Alter der leistungsberechtigten Person.
  • bei Bestehen eines im Einzelfall unabweisbaren, laufenden, nicht nur einmaligen besonderen Bedarfs (z.B. Kosten zur Wahrnehmung des Umgangsrechts). Bitte nutzen Sie hierzu den Vordruck „besondere Bedarfe (BB)“* oder wenden Sie sich in einem solchen Fall an Ihre/en individuelle/n Ansprechpartner/in im Jobcenter.  
  • im Einzelfall bei erwerbsfähigen behinderten Leistungsberechtigten, denen Leistungen nach dem SGB IX erbracht werden (zusätzlich 35 Prozent ihres individuellen Regelbedarfs).
  • im Einzelfall, soweit bei Schülerinnen und Schülern zur Teilnahme am pandemiebedingten Distanz-Schulunterricht keine digitalen Endgeräte vorhanden sind bzw. diese von ihrer Schule oder Dritten nicht zur Verfügung gestellt werden. Weitere Informationen und die notwendigen Voraussetzung (Presseartikel vom 03.02.2021).
    Hinweis: Allgemein wird davon ausgegangen, dass alle Formen des Distanzlernens mit einem handelsüblichen Tablet (10 Zoll Display, Webcam, Lautsprecher, Micro, Android 9, 32 GB Speicher, WLAN/Bluetooth) möglich sind. Geeignete Geräte sind derzeit für ca. 150 € erhältlich. Die Vorgaben des Landes M-V legen für schulischen Ausstattungskonzepte keine höheren Vorgaben an ein digitales Endgerät (wie z.B. Notebook oder Laptop) zu Grunde.
    Zur Teilnahme am Distanzunterricht geeignete Drucker sind aktuell für ca. 100 € erhältlich. Über die allgemeinen Ausstattungsmerkmale hinausgehende schulische Vorgaben für digitale Endgeräte sind von der Schule zu bestätigen.

Hier finden Sie weitere Formulare: https://www.arbeitsagentur.de/formulare-a-z*

*externer Link