Erfolgreiche Bewerbertage bei EGGER Holzwerkstoffe Wismar

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„Das wäre ein Hauptgewinn für mich!“

So beginnt mein Bewerbertag bei der Firma EGGER: Ich treffe am Pförtnerhaus einen etwas nervösen und aufgeregten Kunden. Nach dem Empfang der Warnwesten und dem obligatorischen Erfassen der persönlichen Daten geht es zum Verwaltungsgebäude. Der Personalchef der Firma EGGER, Herr Moser, führt die heutigen 11 Teilnehmerinnen in den vorbereiteten Besprechungsraum. Hier steht bereits Kaffee und Wasser – dabei wird gleich erklärt, dass das Wasser für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenlos und überall verfügbar ist. Übrigens gibt es auch die hauseigene Biermarke EGGER, die im Rahmen des Werksverkaufes den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergünstigt zur Verfügung steht… „ob das so gut ist?“ Ist mein erster Gedanke… aber ich bin überrascht, der 3. Bewerbertag in dieser Woche bei der Firma EGGER im Holzcluster Wismar zeigt durchweg gute und interessierte Bewerberinnen. Unter den Teilnehmer*innen sind auch Kurzentschlossene dabei, die von unseren Integrationsfachkräften auf das Angebot hingewiesen wurden und auch den Weg ins Industriegebiet gefunden haben. „Läuft!“, denke ich so bei mir. „Gut, dass wir wieder geöffnet haben…“
Die Absagen hielten sich auch bei den beiden anderen Tagen in Grenzen. Von den geplanten 31 Teilnehmern (28 SGB II/ 3 SGB III) hatten im Vorfeld 3 abgesagt (darunter leider auch die einzige weibliche Bewerberin), nur 4 sind nicht erschienen, verblieben sind 24 Interessierte. Eine hohe Quote und eine tolle Vorarbeit, die da von den beiden Wismarer Teams Markt & Integration und der für den Arbeitgeber zuständigen Ansprechpartnerin Frau Kautz unter der Federführung von Frau Wolter geleistet wurde!
Von Anfang an wurde dabei auf Freiwilligkeit gesetzt. Kein Teilnehmer fühlte sich gezwungen, alle hatten ihre Bewerbungsunterlagen mitgebracht.

Bewerbertage bei Egger Holzwerkstoffe Wismar – Vortrag der Firma EGGER, © Herr Martin Greiner, Geschäftsführer

Nach Ankunft im Besprechungsraum und dem ersten Kaffee begann dann der 3.Bewerbertag mit einer Begrüßung, dem Programm und einem kurzen Überblick über die Firma EGGER in Wismar.
Dabei gleich eine erste Überraschung für mich: Früher wurden die Bewerbungsunterlagen abgegeben, heute finden „Speedatings“ statt – mit den jeweiligen Führungskräften der Abteilungen.
Jeder Bewerber erhält seine Chance, sich in einigen Minuten kurz zu präsentieren. Dabei fällt der von Anfang an der lockere Ton auf, der den Teilnehmern gleich die Nervosität nimmt.
Ich kann bei einigen Gesprächen zuhören. Auch hier zeigt sich die gute Vorauswahl. Einige Teilnehmer haben in der Vergangenheit bereits über Zeitarbeit hier gearbeitet und können so über ihre Vorerfahrungen berichten. Dies kommt bei den Verantwortlichen gut an. So wurde es auch zwischen der Firma EGGER und Frau Wolter vorbesprochen.
Das „Speedating“ verlief teils lebhaft, teils ruhig. Hier zeigte sich schnell, wo Interesse war und die Chemie auch stimmt.

Bewerbertage bei EGGER Holzwerkstoffe Wismar – Bewerbungsgespräche, © Herr Martin Greiner, Geschäftsführer

Nur 1 Bewerber zog es vor, heute nicht weiter teilnehmen zu wollen. Seine Sorge über mögliche Konsequenzen wurden vom Personalleiter Herr Moser mit österreichischem Slang und auch Frau Wolter schnell ausgeräumt:
“Wenn´s passt, passt´s, wenn nicht, dann nicht. Das gilt für beide Seiten!“

Zwischendurch begrüßte uns der Geschäftsführer des Standortes, Herr Lorber, und wies darauf hin, dass „Wismar TV“ gegen 11:30 Uhr ein paar Aufnahmen machen möchte.
Herr Lorber hat es sich nicht nehmen lassen, bei allen 3 Bewerbertagen reinzuschauen. Ein tolles Signal. Zeigt es doch, wie hoch auch das Interesse bei der Firma EGGER an diesem Format ist. Immerhin arbeitet die Firma EGGER auf Vollauslastung, erstmals konnte der Gewinn im letzten Jahr die Grenze von 3 Mrd.€ überschreiten. Weltweit sind in den Werken inzwischen über 10.000 Mitarbeiter beschäftigt, davon 1000 am Standort Wismar. Das Geschäft mit Laminaten und Holzprofilen „brummt“.

Die erste Runde „Speedating“ ist zu Ende. Ich hole mir ein kurzes Blitzlicht der Teilnehmer und Verantwortlichen der Firma EGGER. Viele positive Signale und Überraschungen wegen des hohen Interesses. „Gute Bewerber“, das ist die am häufigsten gefallene Bemerkung der Verantwortlichen. Der Schichtbetrieb war kein Problem – das wurde vorher abgeklärt und alle Interessierten wussten, was sie hier erwartet.

Für die erste Runde beginnt dann die Werksbesichtigung. Ich bleibe erst einmal hier. Wismar TV ist da und macht bereits Filmaufnahmen. Ich kann Frau Wolter den Interviewwunsch abnehmen.

Anschließend geht es mit den Teilnehmern und dem Filmteam durch die Werkshallen. Wir sehen die Produktion von den Sägespänen bis zum fertigen Endprodukt, dem Laminat. Sichtlich stolz zeigt der Personalleiter heute schon zum

  1. Mal den Betrieb. Er kennt alles bis ins Detail, hat er doch selbst mal „an der Maschine“ angefangen. “ Wir wollen Sie auch alle entwickeln, niemand soll hier Produktionshelfer bleiben“ verspricht er den Interessierten mehrmals. Dies hat auch mit dem Lohn zu tun. Anfangs beträgt dieser 11,96€/Std., nach 6 Monaten dann 12,56€/Std. „Maschinenfahrer*innen erhalten 15-16 €/Std., zuzüglich der Schichtzulagen. Und uns ist es gleich, was Sie vorher gelernt haben. Sie erhalten alle die gleiche Einführung“, teilt Herr Moser stolz mit.

Zurück im Büro. Noch ein paar Arbeiten erledigt, ein kurze Rückmeldung und dann wieder Alltagsgeschäft.

Um 15:30 klingelt dann kurz vor dem Feierabend das Telefon. Frau Wolter ist am Apparat: „Die Rückmeldung der Firma EGGER ist schon da!“ Voller Freude berichtet sie: „Von den 24 Interessierten können 21 Teilnehmer anfangen!“
Wir sind beide sprachlos. Damit haben wir nicht gerechnet.
Natürlich wird der Einstieg für alle Teilnehmer nicht gleich sein. Wir haben das ganze Portfolio vorher schon besprochen und angeboten. Vermutlich werden nicht alle „durchhalten“ – dennoch sind wir stolz auf das tolle Ergebnis!

Bevor ich jetzt zu sehr über mögliche Integrationen und Mittelabfluss nachdenke, gehe ich lieber nach Hause und freue mich über das Engagement und die richtig tolle Arbeit der Kolleginnen und Kollegen und denke über das Eingangszitat des Kunden nach…


„Das wäre ein Hauptgewinn für mich!“


Manchmal ist es für uns nur eine Zahl oder eine Akte oder ein möglicher „Eintritt“. Doch tatsächlich ist es ein Mensch, 4 Jahre arbeitslos, mit überstandenen gesundheitlichen Einschränkungen und ohne Berufsabschluss…

Hier finden Sie das Video von Wismar-TV dazu: https://youtu.be/37tvCVI1v74

Bilder ©Herr Martin Greiner, Geschäftsführer